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Existenzgründer-Beispiel Nr. 36

Gründung einer Physiopraxis finanziert mit Förderdarlehen und Zuschüssen

"Vielen Dank für die blitzschnelle Hilfe... die Finanzierungsbestätigung der Sparkasse und die Zusage für das Programm "Frauen im ländlichen Raum" liegt vor."

Manchmal gehört es zu den Neujahrs-Vorsätzen, sich selbständig zu machen. So wie bei der Physiotherapeutin, die wir seit Anfang letzten Jahres begleiten durften. Ihr Plan war es, im ländlichen Raum eine Physiopraxis mit klassischen Behandlungen und Gesundheitskursen (wie z.B. Rückenkursen u.a.) zu eröffnen.

Den geeigneten Standort in einer Gemeinde ohne Physio-Praxis und passende Räumlichkeiten hatte sie bereits im Auge. Was fehlte war der Businessplan und die Finanzierung für Investitionen in Geräte, Umbau, Betriebsmittel und Lebensunterhalt.

Ermittlung des Finanzierungsbedarfs und Finanzierungsalternativen

Anhand der Investitionsplanung inkl. Umbau und der Umsatz-/Kostenplanung wurde der Finanzierungsbedarf ermittelt. Parallel wurde ein kompletter Businessplan vorbereitet, mit Kurskonzeptionen, Zielgruppenbetrachtung, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Personalplanung und Marketingkonzept.

Nachdem die erste Version des Businessplans vorlag, schauten wir nach Förderprogrammen, um den Finanzierungsbedarf zu decken. Neben klassischen Förderkrediten der L-Bank und der KfW gab es in diesem Fall aufgrund des geplanten Standorts der Praxis die Möglichkeit, Zuschüsse aus dem Programm "Innovative Maßnahmen für Frauen im ländlichen Raum" zu beantragen.

In definierten ländlichen Regionen können u.a. für Existenzgründungen und Unternehmenserweiterungen nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden, die in diesem speziellen Fall knapp ein Drittel des gesamten Kapitalbedarfs ausmachten - ein 5-stelliger Zuschussbetrag, der nicht zurückgezahlt werden muss, macht die Realisierung des Vorhabens deutlich leichter ...

Nicht vorhergesehene Nachfragen verzögern den Eröffnungstermin

Die Bank signalisierte bereits frühzeitig grünes Licht für die Finanzierung des Vorhabens, und nachdem die Kreditzusage knapp ein halbes Jahr vor dem geplanten Eröffnungstermin vorlag, sah zunächst alles nach einem planmäßigen Beginn der Umbauarbeiten und Praxiseröffnung noch im Herbst letzten Jahres aus.

Nicht gerechnet hatten wir mit allerdings mit den Nachfragen und Änderungen am Förderantrag des Zuschusses, weshalb der Businessplan mehrfach aktualisiert werden, unterschiedliche Finanzierungs-Szenarien erstellt und Handwerker-Termine verschoben werden mussten, bis nach einigem Hin und Her auch die Förderstelle schlussendlich zustimmen konnte.

Als Folge dieser Verzögerungen musste der Eröffnungstermin ins neue Jahr verschoben werden, da vor Beauftragung der Umbauarbeiten und Bestellung der Geräte die Zuschussbewilligung vorliegen muss - wie bei allen Förderprogrammen üblich, darf mit der Maßnahme erst nach Zusage begonnen werden.

Dadurch wiederum änderten sich die Rahmendaten der Finanzierung, da die Gründerin nun erst später die ersten Patienten behandeln kann, dadurch auch erst später Geld auf das Konto fliesst, die Kosten für Miete, Lebenshaltungskosten etc. aber ganz normal weiterlaufen.

Und nicht zuletzt mussten auch die Werbemaßnahmen für die Eröffnungsfeier verschoben und die Kursausschreibungen geändert werden. Dass aber dann doch nach einigen Monaten der Unsicherheit und der Planänderungen über Hundert Besucher zur Eröffnungsfeier kamen und die ersten Rückenkurse bereits nach ein paar Tagen ausgebucht waren, zeigt, dass es sich lohnen kann, seine Neujahrsvorsätze einzuhalten und dabei auch Rückschläge und einen langen Atem einzuplanen.

 

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