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15.11.2018 . . Businessplan, Fördermittel, Finanzierung, Kredite

Häufige Fragen zum Thema "Förderdarlehen" (Ablauf, Beantragung, Konditionen, ...)

Bei unseren Beratungen und den Gründerseminaren kommt immer wieder die Frage auf, wie das mit den Förderdarlehen eigentlich funktioniert und wo man so ein gefördertes Darlehen denn beantragen kann - spätestens, wenn es um die Finanzierung des Kapitalbedarfs geht, für den das Eigenkapital nicht ausreicht.

Für unseren Bereich der FAQs haben wir in einer Serie aus 4 Teilen Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt zum Ablauf, den Konditionen und Besonderheiten dieser Förderdarlehen und einige Tipps und Tricks aus unserer Erfahrung bei der Beantragung dieser Darlehen (nicht nur für Gründer).

Teil I der Serie beschäftigt sich mit dem Ablauf der Beantragung des Darlehens, die folgenden Teile werden in den nächsten Tagen nach und nach online gestellt:

Wie funktioniert eigentlich ... ein Förderdarlehen? Teil I - Ablauf

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Wie funktioniert eigentlich ... ein Förderdarlehen? Teil I - Ablauf

Für die Finanzierung von Gründungen oder Vorhaben von KMUs, gibt es eine staatliche Unterstützung in Form der sog. „Förderkredite“: Darlehen zu besonderen Konditionen, die es Banken etwas leichter machen, Kredite an Gründer herauszugeben.

Förderprogramme, die bundesweit abgerufen werden können, werden von der KfW („Kreditanstalt für Wiederaufbau“) vergeben; bei Vorhaben in Baden-Württemberg kommen hier Kredite der L-Bank („Landeskreditbank Baden-Württemberg“) in Frage:

Der Ablauf für die Beantragung dieser Förderdarlehen sieht üblicherweise wie folgt aus:

  • Der Kreditnehmer stellt den Antrag bei seiner „Hausbank“ (Volksbank, Sparkasse, andere Kreditinstitute). Diese „Hausbank“ muss nicht zwingend die bisherige Bank sein, bei der man sein (Geschäfts-)Konto führt. Die Hausbank-Funktion kann jede beliebige Bank übernehmen - wenngleich in der Regel die Chancen auf Kreditgewährung bei der bisherigen Hausbank tendenziell besser sind und deswegen die Bank vor Ort auch meistens der erste Ansprechpartner ist.
  • Die Hausbank prüft den Kreditantrag, in aller Regel anhand des Businessplans und weiterer Unterlagen wie Selbstauskunft, Vermögensaufstellung usw.
  • Falls die Hausbank vor Ort den beantragten Kredit gewähren möchte, leitet sie den Antrag beispielsweise an die L-Bank weiter. Falls diese ebenfalls zustimmt, bekommt die Bank vor Ort die Kreditsumme von der L-Bank refinanziert und kann diese an das Unternehmen in Form eines Darlehens zur Verfügung stellen.
  • Der markanteste Unterschied zu einem „normalen“ Darlehen liegt darin, dass diese Förderdarlehen (z.B. das Programm der L-Bank „Startfinanzierung 80“) mit einer – in diesem Fall 80%igen – Bürgschaft als Sicherheit für die Hausbank ausgestattet werden. Sprich: wenn der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann, muss die Hausbank im Insolvenzfall „nur“ 20% der Kreditsumme abschreiben, das restliche Risiko von 80% übernimmt in diesem Fall das Förderinstitut (bzw. die Bürgschaftsbank) – letzten Endes also der Steuerzahler.

Somit hat die Bank ein wesentlich niedrigeres Risiko und tut sich etwas leichter, den Kredit zu vergeben.

Durch den Risikoanteil von 20%, der bei der Hausbank verbleibt, wird diese dazu gezwungen, trotz staatlicher Sicherheit das Vorhaben auf „Herz und Nieren“ zu prüfen (20% von 100.000 Euro sind immer noch 20.000 Euro, die im Falle eines Falles abzuschreiben wären).

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