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18.11.2019 . Andrea Schneider . Videos, Marketing, Downloads

Verkaufsbooster Erklärvideos

Die Verkaufswahrscheinlichkeit steigt je nach Umfrage um 60-80%, wenn zuvor ein Produktvideo angeschaut wurde. Laut Google schaut jeder Zweite nach Videos zu Produkten oder Services, bevor eine Kaufentscheidung getätigt wird. Der Such-Traffic kann sich laut Search Engine Journal verdoppeln durch ein Video Vorschaubild in den Suchergebnissen. Und im Gegensatz zu Texten können sich Zuschauer bis zu 50% der Inhalte von Videos merken. Neugierig auf Erklärvideos geworden? Hier lesen (und sehen!) Sie, wie Erklärvideos funktionieren und welche verschiedenen Stile es gibt.

 

Erklärvideos - Komplexe Sachverhalte einfach erklärt

Erklärvideos sind kurze, unterhaltsame Videos von wenigen Minuten Länge (so lang wie nötig, so kurz wie möglich), die verschiedene Inhalte einfach und anschaulich vermitteln. Eingesetzt werden können sie z.B. für Kunden oder Interessenten, für interne Schulungen oder auch zur Personalgewinnung.

Komplizierte Themen und komplexes Wissen werden in diesen Videos einfach erklärt. Dabei bleiben die Inhalte besonders gut beim Empfänger im Gedächtnis, da sie die Eigenschaften vieler anderer Medienformate in einem einzigen Medium bündeln: Text, Bild, Audio, Grafiken, Diagramme und Animationen.

Diese Videos können unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten haben: als ­Marketingvideo, Messevideo, Imagefilm, zur internen Kommunikation, als ­Recruiting-Video, Tutorial, Support- oder Produktvideo und können beispielsweise auf Websites, bei YouTube oder in sämtlichen Social-Media-Kanälen eingesetzt werden.

Warum Erklärvideos?

Beim Lesen von Texten werden durchschnittlich 10% der Informationen abgespeichert, bei Videos können sich Zuschauer ganze 50% der gezeigten Informationen merken.

Das lässt sich darauf zurückführen, dass der größte Teil, der zum Gehirn geleiteten Informationen visueller Art ist und diese auch noch sehr viel schneller verarbeitet werden können als rein textlicher Input.

Noch ein paar Zahlen mehr, die für Erklärvideos als starkes Tool sprechen: Im Jahr 2016 untersuchten Andreas Krämer von der BiTS-Business and Information Technology School und Sandra Böhrs von The Simpleshow Company S.A. in einer empirischen Studie den Gebrauch von Erklärvideos und deren Wirkung. Dazu wurden rund 2000 Versuchspersonen über 16 Jahre aus Deutschland und den USA in einer Online-Studie befragt. 81,2% der 16- bis 29-jährigen, 73% der 30- bis 59-jährigen und stolze 62,4% der über 60 jährigen Menschen in Deutschland gaben dieser Studie zufolge an, bereits Erklärvideos angeschaut zu haben. Auf die Frage: "Wären Sie interessiert auch zukünftig Erklärvideos zu schauen?", antworteten 73% der befragten Deutschen mit "Ja" (Die gesamte Studie kann hier in Englisch nachgelesen werden: http://www.ccsenet.org/journal/index.php/jel/article/view/64096/35123).

Vor dem Start

Bevor Sie mit dem Erstellen eines neuen Videos starten, sollten Sie sich zuerst ein paar Fragen stellen:

  • Was möchte ich mit meinem Erklärvideo erreichen?
  • Wo soll es eingesetzt werden?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welche (ungefähre) Dauer soll das Video haben und welches Budget möchte ich investieren?
  • Und nicht zuletzt: Welcher Stil soll verwendet werden?

Um ein wenig mehr Klarheit und Übersicht über die unterschiedlichen Stile zu schaffen, sind im Folgenden die wichtigsten mit Beispielen aufgelistet.

Übersicht Video-Stile

Whiteboard/Legetechnik/Legetrick

Whiteboard-Animation

Die Grundlage für ein Whiteboard-Video ist immer eine leere, meist weiße Fläche, wie eben bei einem analogen Whiteboard auch. Dort erscheinen nach und nach die einzelnen Illustrationen, so als seien Sie live bei der Entstehung des Videos dabei. Eine abgefilmte Hand, die einen Stift hält, verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Der Whiteboard-Stil ist meist sehr reduziert, sowohl in der Darstellung der ­Illustrationen als auch in der Farbigkeit. Auch gibt es keine aufwändig animierten Übergänge zwischen den einzelnen Sequenzen. Das schafft eine klare Struktur und setzt den Fokus auf Ihre Botschaft. Eingeblendete Texte und Voiceover vervollständigen das Video.

Beim Legetrick-Stil werden Figuren auf Papier gezeichnet oder gedruckt und ausgeschnitten. Diese werden dann auf einem flachen Hintergrund mit den Händen bewegt. Das wird abgefilmt und anschließend mit gesprochenem Text hinterlegt. Die Handbewegungen sind im fertigen Video zu sehen. Änderungen können im Nachhinein durch den Real-Dreh im Studio nur mit großem Aufwand realisiert werden. Eine sehr sorgfältige Planung ist daher unerlässlich, um Änderungen nach den Dreharbeiten zu vermeiden.

2D-Animation/Motion Graphics

Comic-Stil

Die gezeichneten Comic-Animationen sind sehr vielseitig

Videos im Comic-Stil entsprechen am ehesten dem, was im Allgemeinen als "Zeichentrickfilm" verstanden wird. Diese Videos werden entweder mit einer speziellen Software animiert oder oft ganz klassisch "frame by frame", also Bild für Bild gezeichnet.

Bei diesem Stil lässt sich nahezu alles umsetzen, was Sie sich vorstellen können. Der visuelle Part des Videos ist der Hauptfokus. Auch kompliziertere Sachverhalte können durch die vielen Animationsmöglichkeiten ansprechend dargestellt werden.

Auch bei der Farbauswahl für diesen Stil gibt es theoretisch keine Grenzen. Generell ist aber eine Reduzierung der Farbpalette auf wenige, aufeinander abgestimmte Farben zu empfehlen.

Seriöse Comic-Stil Videos lassen sich genauso gut umsetzen wie verspielte Videos – der Gesamteindruck von Animationen, Ton und Musik spielen dabei eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, dass alles zusammenpasst und Ihr Video einheitlich wirkt.

Flat-Stil

Minimalistische Animation im Flat Stil

Wie der Name bereits verrät, zeichnen sich Flat-Stil-Videos durch ihr flaches Design aus, das bedeutet, dass auf dreidimensionale Darstellungen oder Texturen verzichtet wird. Diese vereinfachten Formen sind das Hauptmerkmal des Flat-Stils.

Durch die reduzierte Bildsprache und die wenigen Animationen ist es daher meist notwendig auf Texteinblendungen zurückzugreifen.

Die Anpassung an Ihr Corporate Design ist kein Problem. Für die Texteinblendungen verwenden Sie Ihre Unternehmensschrift und die Illustrationen greifen Ihre Unternehmensfarben auf. Benutzen Sie allerdings nicht mehr als eine Hand voll verschiedener Farben, um den minimalistischen Eindruck des Flat-Stils nicht zu zerstören.

Piktogramm-Stil

Die Piktogramme können in allen erdenklichen Stilen, mit oder ohne Hintergrund, rund oder eckig illustriert werden.

Piktogramme sind einfache, grafische Symbole, oft mit rundem oder eckigem Hintergrund dargestellt, die für ein Erklärvideo nur wenig animiert werden.

Daher ist der Piktogramm-Stil im Vergleich zu anderen Videostilen weniger dynamisch. Um trotzdem eine Story zu erzählen und wichtige Informationen vermitteln zu können, werden die Illustrationen und das Voice-Over gerne durch Texteinblendungen ergänzt.

Diese Videos wirken minimalistisch und modern und lassen sich relativ einfach in der Farbigkeit und der verwendeten Schrift an das Corporate Design Ihrer Firma anpassen.

Kinetic Typography

Beispiel für eine textbasierte Animation

Auch dieser Animationsstil gehört zu den Motion Graphics. Hier werden allerdings keine Grafiken animiert, sondern Texte, Wörter oder auch einzelne Buchstaben. Die gesprochenen Inhalte werden dabei aufgegriffen und animiert. Sehen und hören werden direkt verbunden, sodass die Informationen sehr gut abgespeichert werden können. Verschiedene Übergänge von der einen Animation in die nächste, eventuell ergänzt durch kleine Grafiken oder animierte Elemente, lassen alles sehr dynamisch wirken.

Videos mit Kinetic Typography können verschiedene Wirkungen erzielen – je nach eingesetzten Schriften oder Letterings eher wie eine interaktive Infografik bis hin zu sehr künstlerischen, freien Animationen.

Generell gilt auch hier: Weniger ist mehr. Zu viele Farben und Schriften in Kombination mit schnell wechselnden Animationen können den Zuschauer leicht überfordern.

3D-Animation

Schon kurze 3D-Animationen brauchen viel Zeit zum Erstellen und genügend Rechenleistung.

3D-Animationen sind nur mit hohem Aufwand zu realisieren. Sie erfordern spezielle Kenntnisse in der verwendeten Software, entsprechende Rechenleistung und damit verbunden meistens längere Wartezeiten für das Rendern, also das endgültige Berechnen von Oberflächenstrukturen, Farbverläufen, Lichtreflexen, Schärfe, usw. und das Zusammenführen dieser Informationen zu einem zweidimensionalen Bild.

Vor allem für technische Visualisierungen z.B. in der Robotik oder der Automobilindustrie werden gerne 3D-Animationen eingesetzt, aber natürlich auch in Computer-Spielen oder Spielfilmen.

Real-Dreh (Live Action)

Beispiel für eine kurze Live Action Szene

Jeder wird schon mit seinem Smartphone ein kleines Video von seinem Haustier, der letzten Familienfeier oder dem Urlaubsort aufgenommen haben. Die Möglichkeiten für solche Videos sind nahezu unbegrenzt. Wie aufwändig die Gestaltung umgesetzt wird, hängt hier vor allem vom geplanten Budget ab.

Da bei professionellen Dreharbeiten viele unterschiedliche Aufgaben erledigt werden müssen, steigt die Teilnehmerzahl eines Filmdrehs nicht nur vor sondern vor allem auch hinter der Kamera schnell an.

Für kurze Erklärvideos sind aber kleine Teams aus Kameramann, Ton- und Lichttechniker und Redakteur ausreichend, und auch Einzelpersonen können mit einfacher Ausrüstung gute Ergebnisse erzielen. Trotzdem sollte der Zeit- und Kostenaufwand nicht unterschätzt werden.

In der Nachproduktion wird das gedrehte Material dann im Videoschnitt sortiert und verarbeitet. Änderungen am abgedrehten Video erfordern im Nachhinein sehr großen Aufwand oder sind oft gar nicht möglich. Eine detaillierte Planung im Vorfeld ist daher extrem wichtig.

Stop Motion

Beispiel für eine Stop Motion Szene mit 6 Bildern pro Sekunde.

Für Stop Motion-Videos werden viele Einzelbilder fotografiert und dabei von Bild zu Bild in der dargestellten Szene eine Kleinigkeit (z.B. die Position oder Körperhaltung einer Figur, deren Mimik und Gestik, ...) verändert. Daraus entsteht im späteren Zusammenschnitt ein Stop Motion-Video.

Die Produktion dieser Videos ist relativ aufwändig, da sehr viele Einzelbilder benötigt werden, denn je mehr Bilder pro Zeiteinheit aneinandergereiht werden, desto flüssiger wirken die Videos (für eine Sekunde Video braucht man mindestens 24 Bilder, um eine flüssige Bewegung wahrzunehmen).

Stop Motion-Videos können mit vielen unterschiedlichen Techniken und Materialien realisiert werden, unter anderem z.B. als Knetanimation (Claymation) wie bei der Serie "Shaun das Schaf" oder "Wallace & Gromit", als Puppentrickfilm wie beim "Sandmännchen", als Cut-Out-Animation, bei der die einzelnen Objekte z.B. aus Papier ausgeschnitten werden, oder als Brickfilm, bei dem sämtliche Figuren und Kulissen aus Legosteinen zusammengesetzt werden.

Screencast/Screen Capture

Ein Screen Capture von der Entstehung dieses ePapers

Bei einem Screen Capture wird mit Hilfe einer Software der Desktop eines Computers abgefilmt und gleichzeitig der Sound über das Mikrophon aufgenommen. Die Aufnahmen können dann entweder direkt als Livestream gesendet (daher auch der Name "Screencast" von "broadcasting" = Radio-/Rundfunk) oder im Nachhinein in einem Video-Schnittprogramm weiterverarbeitet und beispielsweise neu vertont werden. Auch ohne großes Team und teure Hilfsmittel kann so ein gutes Video erstellt werden.

Die Produktion eines Screen Capture-Videos ist schnell, einfach und ideal zur Demonstration einer Software. Durch dieses beschränkte Einsatzgebiet können diese Videos schnell langweilig wirken. Hier kommt es also sehr auf den Sprecher an, der die Zuschauer mitreißen und die Präsentation kurzweilig gestalten muss.

Stil-Mix

In vielen Fällen kann oder möchte man sich nicht auf einen bestimmten Stil festlegen. Oft passen auch die beworbenen Produkte und Dienstleistungen nicht in eine bestimmte Stilrichtung oder Ihr Unternehmen arbeitet bereits mit sehr individuellen Grafiken oder Illustrationen bzw. einer ganz eigenen Bildsprache, die keinem bestimmten Stil zugeordnet werden kann.

Daher bietet sich ganz oft ein Stil-Mix für Erklärvideos an. Sie können z.B. bei einem Video im Whiteboard-Stil Piktogramme einbauen, oder bei einem Real-Dreh in der Postproduktion zusätzliche animierte Grafiken oder Kinetic Typography als Overlay verwenden.

Ein Stil-Mix wirkt im Allgemeinen lebendiger und spannender und ist in der Regel leichter in bestehende Inhalte bzw. Ihr Corporate Design integrierbar.

Zusammenfassung

Kurze Laufzeit und aufs Wesentliche reduzierte Inhalte helfen den bestmöglichen Effekt beim Zuschauer zu erzielen. Durch sorgfältige Produktion in allen Bereichen (wie Konzeption, Skript, Dreh oder Postproduktion) entstehen gut aufbereitete, qualitative Videos, mit denen kurz und knackig der ideale Lerneffekt erzielt wird.

Gute Erklärvideos können also nicht nur das Wissen der (potentiellen) Kunden erhöhen, sondern auch das Interesse am Thema und das Aktivierungspotential deutlich steigern.

Auf unserer Webseite können Sie sich außerdem das Video zum Digitalisierungs-Cockpit ansehen, das mit den hier beschriebenen Stilen im Mix realisiert wurde.

 

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